Professionelle Hilfe
Eine Depression ist behandelbar. Welche Unterstützung passt, hängt von den Beschwerden, der persönlichen Lebenssituation und den eigenen Behandlungszielen ab. Möglich sind ambulante Termine, eine Behandlung in einer Tagesklinik oder ein stationärer Aufenthalt.
Hier erfahren Sie, wie sich die Behandlungsformen unterscheiden, welche Aufgaben Psychiatrie, Psychosomatik und psychosomatische Rehabilitation übernehmen und welche psychotherapeutischen Ansätze es gibt. Sie müssen sich vor einem ersten Gespräch noch nicht festlegen.

Welche Behandlungsform gibt es?
Ambulant, tagesklinisch und stationär beschreiben, wie die Behandlung in Ihren Alltag eingebunden ist. Welche Form geeignet ist, klären Sie gemeinsam mit den behandelnden Fachpersonen.
Ambulant
Sie leben zu Hause und nehmen vereinbarte Termine wahr, beispielsweise in einer psychotherapeutischen, psychiatrischen oder hausärztlichen Praxis. Die Behandlung kann aus Psychotherapie, ärztlicher Begleitung und gegebenenfalls Medikamenten bestehen.
Wie häufig Termine stattfinden und welche Unterstützung benötigt wird, richtet sich nach Ihrer Situation.
Tagesklinisch
Sie verbringen den Behandlungstag in einer Klinik und kehren anschließend nach Hause zurück. Die Behandlung findet üblicherweise an mehreren Tagen pro Woche statt und verbindet verschiedene therapeutische Angebote.
Wichtig ist, dass Sie die Zeit außerhalb der Klinik ausreichend sicher bewältigen können und die tägliche Anfahrt möglich ist.
Stationär
Sie bleiben während der Behandlung auch über Nacht in der Klinik. Ein Team verschiedener Berufsgruppen begleitet die Behandlung und bietet Unterstützung im Tagesverlauf.
Ein stationärer Aufenthalt kann sinnvoll oder notwendig sein, wenn eine intensive Behandlung, ein schützender Rahmen oder eine engmaschige Betreuung benötigt wird.
Die Behandlungsformen können einander ergänzen. Ein Klinikaufenthalt kann beispielsweise durch eine ambulante Behandlung vorbereitet oder anschließend weitergeführt werden. Bei unmittelbarer Gefahr beachten Sie bitte die Hinweise unter „Akute Hilfe“.
Ambulante Hilfe: erste Anlaufstellen
Hausärztliche Praxis
Hausärztinnen und Hausärzte können Ihre Beschwerden zunächst einordnen und mögliche körperliche Ursachen oder Begleiterkrankungen berücksichtigen. Bei Bedarf empfehlen sie eine psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung und unterstützen Sie bei den nächsten Schritten.
Eine hausärztliche Praxis ist besonders dann eine geeignete erste Anlaufstelle, wenn auch körperliche Beschwerden bestehen oder Sie unsicher sind, welche Unterstützung Sie benötigen.
Psychotherapeutische Praxis
In einer psychotherapeutischen Sprechstunde besprechen Sie Ihre Beschwerden und deren Auswirkungen auf Ihren Alltag. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten klären, ob eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung vorliegt und welche Unterstützung sinnvoll ist.
Die Sprechstunde dient der ersten Abklärung und Orientierung. Sie bedeutet noch nicht, dass in derselben Praxis unmittelbar ein längerfristiger Therapieplatz verfügbar ist.
Psychiatrische Praxis
Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie beurteilen psychische Beschwerden aus medizinischer Sicht. Sie können bei Bedarf eine medikamentöse Behandlung einleiten und begleiten. Dabei berücksichtigen sie auch körperliche Erkrankungen und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.
Eine psychiatrische Behandlung kann eine Psychotherapie ergänzen. Welche Behandlung oder Kombination sinnvoll ist, hängt von Ihren Beschwerden und Ihrer persönlichen Situation ab.
Termine vereinbaren und Praxen finden
Sie können direkt bei einer psychotherapeutischen oder psychiatrischen Praxis einen Termin anfragen. Gesetzlich Versicherte können sich zudem bei der Terminvermittlung über die 116 117 unterstützen lassen.
Für die Vermittlung einer psychotherapeutischen Sprechstunde ist keine Überweisung erforderlich. Für einen Termin in einer psychiatrischen Praxis benötigen Sie über diesen Vermittlungsweg eine ärztliche Überweisung mit Vermittlungscode.
Praxen in Schleswig-Holstein finden Sie außerdem über die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein. Für die Suche nach psychotherapeutischen Praxen bietet auch therapie.de eine Übersicht.
Psychiatrie, Psychosomatik oder psychosomatische Reha?
Diese Begriffe beschreiben den fachlichen Schwerpunkt und den Auftrag einer Einrichtung. Sowohl psychiatrische als auch psychosomatische Kliniken behandeln Depressionen. Die Angebote überschneiden sich; entscheidend sind das konkrete Behandlungskonzept und Ihre persönlichen Bedürfnisse.
Psychiatrische Krankenhausbehandlung
Psychiatrische Kliniken behandeln psychische Erkrankungen, wenn eine ambulante Versorgung nicht ausreicht und eine Krankenhausbehandlung erforderlich ist. Bei Depressionen kann das beispielsweise bei schweren Beschwerden, einer starken Einschränkung der Alltagsbewältigung oder akuter Suizidgefahr notwendig sein. Sie bieten auch einen geschützten Behandlungsrahmen, wenn eine engmaschige Betreuung erforderlich ist.
Die Behandlung verbindet ärztliche und psychotherapeutische Angebote mit spezialisierter Pflege und weiteren Therapien. Dazu gehören je nach Bedarf Medikamente, Einzel- und Gruppengespräche sowie beispielsweise Ergo- und Bewegungstherapie. Bei schweren oder schwer behandelbaren Depressionen können weitere Verfahren infrage kommen. Welche Angebote verfügbar sind, hängt von der Klinik ab.
Ziel ist, depressive Beschwerden zu lindern, Krisen zu bewältigen und die psychische Stabilität sowie die Alltagsfähigkeit zu verbessern. Die Behandlung kann stationär oder tagesklinisch erfolgen. Bei unmittelbarem Schutzbedarf ist in der Regel eine stationäre Versorgung erforderlich.
Psychosomatische Krankenhausbehandlung
Psychosomatische Kliniken bieten eine intensive psychotherapeutische Behandlung, wenn eine ambulante Versorgung nicht ausreicht und eine Krankenhausbehandlung erforderlich ist. Das kann beispielsweise bei schweren oder länger anhaltenden Depressionen sowie bei mehreren gleichzeitig bestehenden psychischen Erkrankungen der Fall sein. Ausgeprägte körperliche Beschwerden sind dafür keine Voraussetzung.
Im Mittelpunkt stehen das Verständnis und die Behandlung der Erkrankung. In Einzel- und Gruppenpsychotherapie werden unter anderem belastende Denk- und Verhaltensmuster, Beziehungserfahrungen und der Umgang mit Gefühlen bearbeitet. Körperliche Erkrankungen und die persönliche Lebenssituation werden dabei einbezogen. Ärztliche Begleitung, Medikamente sowie beispielsweise Bewegungs-, Ergo- oder Kreativtherapie ergänzen die Behandlung je nach Bedarf.
Ziel ist, depressive Beschwerden zu verringern, die psychische Stabilität zu verbessern und Veränderungen anzustoßen, die nach dem Klinikaufenthalt weitergeführt werden können. Die Behandlung kann stationär oder tagesklinisch erfolgen.
Psychosomatische Rehabilitation
Eine psychosomatische Reha behandelt psychische Erkrankungen und deren Auswirkungen auf die Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit. Insbesondere bei einer Rehabilitation über die Deutsche Rentenversicherung steht das Ziel im Mittelpunkt, die Arbeitsfähigkeit zu erhalten oder wiederherzustellen und die Rückkehr ins Berufsleben zu unterstützen. Auch die Bewältigung des Alltags und die soziale Teilhabe werden berücksichtigt.
Psychotherapie, ärztliche Begleitung und weitere therapeutische Angebote helfen dabei, Beschwerden zu lindern und den Umgang mit Belastungen zu verbessern. Je nach Bedarf werden berufliche Anforderungen, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz und Möglichkeiten einer schrittweisen Wiedereingliederung einbezogen.
Eine Reha wird in der Regel beantragt und vom zuständigen Kostenträger geprüft. Sie kann stationär oder ganztägig ambulant stattfinden. Wenn eine Krankenhausbehandlung oder unmittelbarer Schutz in einer akuten Krise erforderlich ist, bietet eine Reha nicht den geeigneten Behandlungsrahmen.
Klinikangebote in Schleswig-Holstein
Die Karte bietet Ihnen einen Überblick über stationäre und tagesklinische Angebote zur Depressionsbehandlung für Erwachsene in Schleswig-Holstein. Dazu gehören psychiatrische und psychosomatische Kliniken sowie Einrichtungen der psychosomatischen Rehabilitation.
Depressionsbehandlung für Erwachsene in Schleswig-Holstein. Orte schematisch dargestellt; Linien zeigen die Zuordnung versetzter Punkte.
Kartengrundlage: NordNordWest / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0; farblich und interaktiv bearbeitet. Die bearbeitete Kartengeometrie steht ebenfalls unter CC BY-SA 3.0.
Angezeigte Kliniken als Liste ansehen
Heinrich Sengelmann Tagesklinik Ahrensburg
Rehazentrum im Naturpark Aukrug
Schön Klinik Bad Bramstedt
Zusätzlicher Privatklinikbereich
Curtius Klinik
Vital-Kliniken – Klinik Buchenholm
Landesverein – Tagesklinik Bad Segeberg
Segeberger Kliniken – Psychosomatik
Heinrich Sengelmann Krankenhaus
Heinrich Sengelmann Tagesklinik Bargteheide
DIAKO Fachkliniken Breklum
Westküstenkliniken – Tagesklinik Brunsbüttel
VITREA Rehaklinik Damp
Schön Klinik – Tagesklinik Eckernförde
Regio Klinikum Elmshorn
AMEOS Tagesklinik Eutin
DIAKO Fachklinik Flensburg
Krankenhaus Geesthacht – Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
Klinikum Itzehoe – Tagesklinik Glückstadt
Westküstenkliniken – Standort Heide
AMEOS Klinikum Heiligenhafen
DIAKO Tagesklinik Husum
Klinikum Itzehoe – Zentrum für psychosoziale Medizin
Landesverein – Tagesklinik Kaltenkirchen
KIELER FENSTER – Tagesklinik
ZIP am UKSH – Kiel
Sport-REHA-Kiel – Psychosomatische Rehabilitation
Fachkrankenhaus Kropp
Vitalcampus – Psychiatrische Tagesklinik Lauenburg
AMEOS Klinikum Lübeck – Psychiatrie und Psychotherapie
DIE BRÜCKE – Tagesklinik Lübeck
ZIP am UKSH – Lübeck
Vitalcampus – Psychiatrische Tagesklinik Mölln
Friedrich-Ebert-Krankenhaus – Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
Psychiatrische Tagesklinik Neumünster
AMEOS Klinikum Neustadt – Psychiatrie und Psychotherapie
Tagesklinik Ostholstein – AMEOS und DIE BRÜCKE
DIAKO Tagesklinik Niebüll
Landesverein – Tagesklinik Norderstedt
AMEOS Tagesklinik Oldenburg in Holstein
Regio Kliniken – Tagesklinik Pinneberg
Brücke Schleswig-Holstein – Tagesklinik Plön
AMEOS Klinikum Preetz
Brücke Schleswig-Holstein – Tagesklinik Preetz
AMEOS Reha Klinikum Ratzeburg
Heinrich Sengelmann Tagesklinik Reinbek
Schön Klinik Rendsburg
Psychiatrisches Krankenhaus Rickling
Helios Klinikum Schleswig – Fachklinik
Vitalcampus – Psychiatrische Tagesklinik Schwarzenbek
Blomenburg Privatklinik Selent
Privatklinik
GesundheitsKlinik Stadt Hamburg
Strandklinik St. Peter-Ording
Psychotherapieverfahren
In der ambulanten gesetzlichen Krankenversicherung gibt es vier anerkannte Richtlinienverfahren: Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, analytische Psychotherapie und systemische Therapie. Sie setzen unterschiedliche Schwerpunkte.
Die folgenden Reiter erläutern diese Verfahren. Zusätzlich stellen wir CBASP vor: einen spezialisierten psychotherapeutischen Ansatz für chronische Depressionen, der kein eigenständiges Richtlinienverfahren ist.
Die Verhaltenstherapie untersucht, wie Gedanken, Gefühle, körperliche Reaktionen und Verhalten zusammenhängen. Gemeinsam mit der Therapeutin oder dem Therapeuten schauen Sie, welche Bedingungen die Beschwerden auslösen oder aufrechterhalten und was sich daran verändern lässt.
Bei einer Depression kann es beispielsweise darum gehen, den Rückzug schrittweise zu verringern, wieder hilfreiche Aktivitäten aufzunehmen, belastende Denkmuster zu prüfen oder einen anderen Umgang mit schwierigen Gefühlen zu entwickeln. Dafür werden konkrete Ziele vereinbart. Oft wird auch zwischen den Sitzungen erprobt, was im Gespräch erarbeitet wurde.
Die Verhaltenstherapie bezieht die persönliche Lebensgeschichte ein, wenn sie für das Verständnis der aktuellen Beschwerden wichtig ist.
Dieses Verfahren richtet den Blick besonders auf innere Konflikte, Beziehungserfahrungen und wiederkehrende Muster, die heute noch wirksam sind. Manche Reaktionen sind schwer verständlich, wenn man nur die aktuelle Situation betrachtet. Im Gespräch kann deutlicher werden, wie frühere Erfahrungen und heutige Belastungen zusammenhängen.
Bei einer Depression könnte beispielsweise untersucht werden, weshalb es schwerfällt, eigene Bedürfnisse zu äußern, Grenzen zu setzen oder Unterstützung anzunehmen. Die Arbeit konzentriert sich meist auf ausgewählte Konflikte und Themen, die für die gegenwärtigen Beschwerden besonders bedeutsam sind.
Auch die analytische Psychotherapie untersucht unbewusste Konflikte und Beziehungsmuster. Sie bietet in der Regel mehr Raum, länger bestehende und tiefer verankerte Muster zu verstehen. Dabei können Erfahrungen aus früheren Beziehungen ebenso wichtig sein wie Gefühle und Reaktionen, die in der therapeutischen Beziehung entstehen.
Bei einer Depression kann es zum Beispiel um wiederkehrende Selbstabwertung, Verlusterfahrungen oder schwierige Erwartungen an andere Menschen gehen. Ziel ist, diese Zusammenhänge besser zu verstehen und neue Möglichkeiten im Erleben und in Beziehungen zu entwickeln. Wie häufig Sitzungen stattfinden und wie lange die Behandlung dauert, wird individuell vereinbart.
Die systemische Therapie betrachtet Beschwerden im Zusammenhang mit Beziehungen und Lebensumständen. Sie fragt zum Beispiel, welche Rollen, Erwartungen und Kommunikationsmuster in Familie, Partnerschaft, Freundeskreis oder Beruf eine Belastung verstärken – und welche vorhandenen Stärken bei Veränderungen helfen können.
Bei einer Depression kann es darum gehen, belastende Kreisläufe im Alltag zu erkennen, Unterstützung besser zugänglich zu machen und neue Handlungsmöglichkeiten auszuprobieren. Die Therapie kann auch als Einzeltherapie stattfinden. Nahestehende Personen können einbezogen werden, wenn dies sinnvoll ist und Sie es möchten.
CBASP steht für „Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy“. Der Ansatz wurde speziell für Menschen entwickelt, deren Depression über lange Zeit anhält.
Im Mittelpunkt stehen zwischenmenschliche Erfahrungen: Wie beeinflussen frühere Beziehungen heutige Erwartungen? Was geschieht im Kontakt mit anderen Menschen? Und wie lassen sich Situationen so gestalten, dass eigene Bedürfnisse und Ziele besser erreicht werden?
Eine zentrale Übung ist die Situationsanalyse. Dabei betrachten Sie mit Ihrer Therapeutin oder Ihrem Therapeuten eine konkrete Alltagssituation, Ihre Reaktionen und deren Folgen. Anschließend entwickeln und erproben Sie hilfreichere Handlungsmöglichkeiten. Auch die therapeutische Beziehung bietet Raum für neue Beziehungserfahrungen.
CBASP ist kein fünftes Richtlinienverfahren. Ambulant kann es im Rahmen einer bewilligten Verhaltenstherapie eingesetzt werden, wenn die behandelnde Person entsprechend qualifiziert ist.
Sie müssen sich vor dem ersten Gespräch nicht auf ein Verfahren festlegen. In der psychotherapeutischen Sprechstunde und in Probesitzungen können Sie gemeinsam mit der Therapeutin oder dem Therapeuten klären, welcher Ansatz zu Ihren Beschwerden, Zielen und Wünschen passt.
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Die wichtigsten Fragen zum ersten Kontakt, zur psychotherapeutischen Sprechstunde und zu unterschiedlichen Behandlungsformen im Überblick.
Nein. Eine psychotherapeutische Sprechstunde kann direkt bei einer psychotherapeutischen Praxis vereinbart werden. Gesetzlich Versicherte können sich bei der Terminsuche außerdem an den Patientenservice 116 117 wenden.
Nicht automatisch. Die psychotherapeutische Sprechstunde ist zunächst ein Termin zur Einschätzung und Orientierung. Auch wenn eine Psychotherapie empfohlen wird, ist nicht immer unmittelbar ein längerfristiger Behandlungsplatz in derselben Praxis verfügbar.
Die Bezeichnungen stehen für unterschiedliche Qualifikationen und Behandlungsmöglichkeiten:
Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten diagnostizieren und behandeln psychische Erkrankungen mit psychotherapeutischen Methoden, etwa Gesprächen und gezielten Übungen. Sie verfügen über eine gesetzlich geregelte Qualifikation und eine staatliche Berufszulassung, die Approbation.
Psychiaterinnen und Psychiater sind Fachärztinnen und Fachärzte für psychische Erkrankungen. Sie können körperliche Zusammenhänge untersuchen, Medikamente verordnen und deren Wirkung begleiten. Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie sind auch psychotherapeutisch qualifiziert; ob sie eine regelmäßige Psychotherapie anbieten, hängt von der jeweiligen Praxis ab.
Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker für Psychotherapie dürfen aufgrund einer Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz psychotherapeutische Behandlungen anbieten. Diese Erlaubnis setzt keine mit der Approbation vergleichbare, gesetzlich geregelte psychotherapeutische Ausbildung voraus. Die Qualifikationen können deshalb sehr unterschiedlich sein. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten solcher Behandlungen nicht.
Bei Verdacht auf eine Depression sind eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis geeignete Anlaufstellen. Für eine reguläre Abrechnung über die gesetzliche Krankenkasse ist außerdem eine entsprechende Kassenzulassung erforderlich.
Es kann sinnvoll sein, mehrere Praxen anzufragen, sich nach Wartelisten oder Sprechstunden zu erkundigen und den Patientenservice 116 117 zu nutzen. Bleiben Sie nach Möglichkeit mit einer hausärztlichen oder psychiatrischen Praxis in Kontakt. Beratung und Selbsthilfe können zusätzlich unterstützen, ersetzen eine notwendige Behandlung jedoch nicht. Bei einer deutlichen Verschlechterung sollte erneut fachliche Hilfe gesucht werden. Bei unmittelbarer Gefahr gelten die Hinweise unter „Akute Hilfe“.
Besprechen Sie den Behandlungsbedarf möglichst mit Ihrer behandelnden Praxis. Für geplante Aufnahmen haben Kliniken unterschiedliche Anmeldeverfahren; häufig gehören Unterlagen und ein Vorgespräch dazu. Ob eine Einweisung oder weitere Nachweise benötigt werden, erfahren Sie bei der jeweiligen Einrichtung. Bei unmittelbarer Gefahr gelten die Hinweise unter „Akute Hilfe“.
Besprechen Sie zunächst mit Ihrer behandelnden Praxis, ob eine Rehabilitation sinnvoll ist. Für den Antrag werden medizinische Informationen benötigt. Der zuständige Kostenträger prüft die Voraussetzungen und entscheidet über die Leistung.
Unterstützung erhalten Sie beispielsweise bei der Deutschen Rentenversicherung, Ihrer Krankenkasse oder dem Sozialdienst einer behandelnden Klinik. Eine Reha muss nicht unmittelbar auf einen Krankenhausaufenthalt folgen.
Bitte beachten:
Die Wahl einer geeigneten Behandlung hängt unter anderem von Art und Schwere der Beschwerden, der persönlichen Lebenssituation, möglichen körperlichen Erkrankungen und den Wünschen der betroffenen Person ab. Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keine individuelle ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und Beratung.