Akute Hilfe

Hilfe für Kinder und Jugendliche

Depressionen können auch Kinder und Jugendliche betreffen. Sie zeigen sich nicht immer nur durch Traurigkeit: Auch anhaltende Gereiztheit, Rückzug, Interessenverlust oder Veränderungen bei Schlaf, Schule und Freundschaften können Hinweise sein. Depressionen sind auch in diesem Alter behandelbar. Eine fachliche Einschätzung hilft, die Beschwerden einzuordnen und passende Unterstützung zu finden.

Diese Seite zeigt jungen Menschen, Eltern und anderen Bezugspersonen mögliche Wege zur Hilfe – von einem ersten Gespräch über vertrauliche Beratung bis zur ärztlichen oder psychotherapeutischen Behandlung. Niemand muss bereits sicher wissen, ob eine Depression vorliegt, um Unterstützung zu suchen.

Einen ersten Schritt machen

Du musst nicht bereits genau erklären können, was mit dir los ist. Du kannst dich an einen Menschen wenden, dem du vertraust, zum Beispiel:

  • deine Eltern oder eine andere erwachsene Bezugsperson,
  • ältere Geschwister oder andere Verwandte,
  • eine Lehrkraft oder Beratungslehrkraft,
  • die Schulsozialarbeit,
  • eine Trainerin, einen Trainer oder eine andere vertraute Person,
  • eine Kinder- und Jugendärztin oder einen Kinder- und Jugendarzt.

Wenn Sprechen schwerfällt, kannst du deine Gedanken vorher aufschreiben oder einer vertrauten Person eine Nachricht zeigen. Du kannst auch darum bitten, dass dich jemand zu einem ersten Gespräch begleitet.

NACHRICHTENHILFE

Sag es für mich

Wähle aus, wem du dich anvertrauen möchtest und was du sagen willst. Daraus entsteht ein Textvorschlag, den du verändern und kopieren kannst.

1. Wem möchtest du etwas sagen?
2. Was möchtest du deutlich machen?

Deine Auswahl und der Text bleiben auf deinem Gerät. Es wird nichts gespeichert oder versendet.

Wenn die erste Person nicht passend reagiert oder deine Belastung unterschätzt, wende dich an einen anderen Erwachsenen oder eine Beratungsstelle. Eine enttäuschende Reaktion bedeutet nicht, dass du keine Hilfe brauchst oder bekommen kannst.

Professionelle Hilfe

Eine fachliche Einschätzung kann helfen, Beschwerden einzuordnen und passende Unterstützung zu finden. Die Fachpersonen erklären dir, was vertraulich bleibt, wann Eltern oder andere Sorgeberechtigte einbezogen werden und wie die nächsten Schritte aussehen. Du darfst Fragen stellen und sagen, wenn du etwas nicht verstanden hast.

Mögliche Anlaufstellen sind:

Kinder- und jugendärztliche oder hausärztliche Praxis

Eine Ärztin oder ein Arzt kann zunächst zuhören, körperliche Ursachen berücksichtigen und gemeinsam mit dir und deinen Bezugspersonen weitere Schritte planen.

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutische Praxis

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -psychotherapeuten sind auf psychische Beschwerden bei jungen Menschen spezialisiert. In einer ersten Sprechstunde wird geklärt, welche Belastungen bestehen und welche Unterstützung sinnvoll sein könnte. Für die psychotherapeutische Sprechstunde ist keine Überweisung erforderlich.

Kinder- und jugendpsychiatrische Praxis oder Klinik

Fachärztinnen und Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie können psychische Beschwerden medizinisch beurteilen. Abhängig von der Situation kann eine ambulante, tagesklinische oder stationäre Behandlung infrage kommen.

Klinikangebote in Schleswig-Holstein

Die Karte bietet Ihnen einen Überblick über stationäre und tagesklinische Angebote zur Depressionsbehandlung für Kinder und Jugendliche in Schleswig-Holstein. Dazu gehören kinder- und jugendpsychiatrische Einrichtungen sowie Angebote der Kinder- und Jugendpsychosomatik.

Depressionsbehandlung für Kinder und Jugendliche in Schleswig-Holstein. Orte schematisch dargestellt; Linien zeigen die Zuordnung versetzter Punkte.

Altersgrenzen und regionale Zuständigkeiten unterscheiden sich. Die Aufnahme klärt die jeweilige Klinik.

Kartengrundlage: NordNordWest / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0; farblich und interaktiv bearbeitet. Die bearbeitete Kartengeometrie steht ebenfalls unter CC BY-SA 3.0.

Unterstützung in Schule und Alltag

Auch die Schule kann ein Ort sein, an dem du erste Unterstützung erhältst. Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter, Beratungslehrkräfte und der Schulpsychologische Dienst können zuhören, gemeinsam mit dir die Situation ordnen und weitere Ansprechpersonen einbeziehen.

Schulische Beratung kann eine wichtige erste Unterstützung sein. Eine notwendige ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung ersetzt sie jedoch nicht.

Schulpsychologische Beratungsstelle

In Schleswig-Holstein gibt es in jedem Kreis und jeder kreisfreien Stadt eine schulpsychologische Beratungsstelle. Schülerinnen, Schüler und Eltern können sich auch direkt an den Schulpsychologischen Dienst wenden.

Anonyme Beratung per Telefon und online

Wenn du zunächst anonym mit jemandem sprechen oder schreiben möchtest, kannst du folgende Angebote nutzen:

Nummer gegen Kummer

Das Kinder- und Jugendtelefon ist montags bis samstags von 14:00 bis 20:00 Uhr kostenfrei und anonym erreichbar:

116 111

Zusätzlich gibt es eine Onlineberatung per Chat und Nachricht.

bke-Jugendberatung

Die bke-Jugendberatung bietet eine anonyme, kostenfreie und datensichere Onlineberatung. Zur Verfügung stehen unter anderem Einzelberatung, Chats und Foren.

TelefonSeelsorge

Die TelefonSeelsorge ist kostenfrei, anonym und Tag und Nacht erreichbar:

0800 111 0 111
0800 111 0 222
116 123

Zusätzlich bietet sie Beratung per Chat und E-Mail an.

Akuter Hinweis

Wenn es akut gefährlich wird

Wenn du befürchtest, dir etwas anzutun, nicht mehr sicher für dich sorgen kannst oder eine andere unmittelbare Gefahr besteht:

  • Bleibe möglichst nicht allein und informiere sofort eine erwachsene Vertrauensperson.
  • Wähle bei unmittelbarer Gefahr 112 oder bitte jemanden, für dich anzurufen.
  • Wende dich an eine Kinder- und Jugendpsychiatrie oder Notaufnahme und gehe möglichst aus einer gefährlichen Situation heraus.

→ „Akute Hilfe“.

Für Eltern und andere Bezugspersonen

Veränderungen bei Kindern und Jugendlichen können viele Ursachen haben. Wenn Niedergeschlagenheit, starke Gereiztheit, Ängste, Rückzug, Erschöpfung oder Hoffnungslosigkeit länger anhalten und den Alltag deutlich beeinträchtigen, sollte fachliche Unterstützung einbezogen werden.

Hören Sie ruhig zu und vermeiden Sie vorschnelle Bewertungen. Fragen Sie konkret, was das Kind oder der Jugendliche erlebt und welche Unterstützung gerade hilfreich sein könnte. Wenn Sie sich wegen möglicher Suizidgedanken sorgen, dürfen und sollten Sie das Thema direkt ansprechen.

Bieten Sie an, gemeinsam eine Anlaufstelle zu suchen, einen Termin zu vereinbaren oder das Kind beziehungsweise den Jugendlichen zu einem Gespräch zu begleiten. Bei unmittelbarer Gefahr gelten die oben unter „Wenn es akut gefährlich wird“ beschriebenen Schritte.

Das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer berät Eltern und andere Bezugspersonen anonym und kostenfrei unter 0800 111 0 550. Es ist montags, mittwochs und freitags von 09:00 bis 17:00 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 09:00 bis 19:00 Uhr erreichbar.

Weitere Hinweise finden Sie auf der Seite „Für Angehörige und Nahestehende“. Beratungsangebote für Sie als Bezugsperson finden Sie unter „Beratung und erste Unterstützung“.